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Pilea peperomioides

Cara

Samstagmorgen, 9.00 Uhr. Cara, 5 Jahre alt und Tochter von Riene und Joy, steht zu dieser Zeit schon fröhlich in der Küche und singt die Hits der neuen K3-Band. Auf dem Menü steht Pfannkuchen, ihr Leibgericht. In der Ecke der Küche steht Juliette, Caras Ufopflanze, die nach ihrer besten Freundin benannt wurde. Juliette, die Pflanze, fungiert gegenwärtig als Caras Schatten. So ist die echte Juliette immer in der Nähe.

„Ich wollte eine Ufopflanze, da ihre Blätter wie Pfannkuchen aussehen und Pfannkuchen ist mein Leibgericht. Mama macht es ganz wahnsinnig, wenn ich sie überall im Haus mitnehme.“

Die Ufopflanze ist eine Pflanze, die 60 Zentimeter hoch werden kann. Mit ihren pfannkuchenförmigen, pflegeleichten Blättern, war sie das perfekte Geschenk für Cara, die sich schon seit Monaten eine Pflanze wünschte.

Während Mama Riene ihr hilft den Teig zu rühren, erzählt Cara stolz, wie sie Juliette gerne schmückt.

„Weihnachten hängen wir ihr eine kleine Lichterkette um, Ostern gibt’s Ostereier und Karneval ein kleiner Clown! Meine Mama muss zwar oft sagen, dass ich sie gießen muss, denn das vergesse ich manchmal. Dann schauen wir zusammen auf den Kalender. Ich darf mit meiner kleinen Gießkanne nicht zu viel Wasser geben und auch nicht zu wenig.“

Der Moment fürs Gießen ist gekommen! Cara hüpft enthusiastisch in den Garten mit ihrer Schnecken-Gießkanne, die eigens gekauft wurde, um Juliette zu gießen.

„Mama sagt immer Stopp sobald ich nur ein bisschen gegossen habe. Ich finde das schade, aber wenn ich zu viel Wasser gebe, dann lässt Juliette alles traurig hängen. Auch wenn ich zu wenig gebe. Dann bin ich ganz durcheinander, aber zum Glück hilft meine Mama mir.“

Und Mama muss Cara auch sonst manchmal etwas zügeln. Wie gerne Cara auch Juliette an sonnigen Tagen mit zum Park nehmen möchte, Juliette bleibt doch besser zu Hause. Denn auch zu viel Sonne bekommt Juliette nicht gut und sie wird traurig und lässt alles hängen.

Cara liebt Juliette, und Juliette liebt Cara. Cara übersät Juliette mit Küsschen, heimlich, wenn sie denkt, dass niemand hinsieht. Wenn Juliette traurig ist, ist Cara das auch. Und wenn bei Juliette ein Blatt reißt, dann ist Cara sofort zur Stelle.

„Wenn die Blätter etwas älter sind oder wenn Cara sie zu viel umherträgt, kann es passieren, dass die Blätter leicht reißen. Cara fragt mich dann nach dem Verbandskasten mit Pflastern und legt los. Cara ist sehr sorgsam und fürsorglich mit ihrer Pflanze. Einen Baum soll man biegen, so lang er jung ist.“

Und wie jeder Elternteil, dessen Kind ein Haustier oder eine Pflanze hat, hofft Mama Riene, dass die Ufopflanze noch lange unter ihnen verweilen möge.

„Sie heimlich ersetzen, würde eine große Herausforderung sein! Bis vor kurzem war die Pflanze noch ziemlich schwierig zu finden, da sie nur in Skandinavien gezüchtet wird. Jetzt trifft man sie schon etwas häufiger an, aber ich befürchte, dass Cara sofort merken würde, wenn ich ihr eine andere Pflanze vorsetzen würde.“

Nicht traurig sein, Riene. Wir haben gehört, dass die Pflanze aus China stammt und 1944 per Schiff transportiert wurde, um 1946 heil und ohne Pflaster in Norwegen anzukommen. Wenn sie also vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer wandert, wird sie das wohl mühelos überstehen!

Fotografie: Renaat Nijs

Text: Cleo Hendriks

veröffentlicht: 31 August 2017

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